Offen werden für Neues

Corona hatte im März den Glaubenskurs nach einem Treffen beendet. Im Oktober wagen wir einen zweiten Versuch. Die Fragen sind geblieben: Wie könnte oder gar müsste der christliche Glaube heute aussehen? Welche Worte bräuchte man, um die Frage nach dem Menschen und nach Gott zeitgemäß zu formulieren? Oder ist der Glaube eigentlich nur Nichtwissen, das man da benötigt, wo Lücken sind und Erklärungen fehlen? In vielen Bereichen „funktioniert“ der Glaube nicht mehr so, wie man es manchmal gern hätte. Die Naturwissenschaften zeichnen ein vielfältiges Bild der menschlichen Wirklichkeiten. Die Frage nach Gott steht daher vor einer großen Herausforderung, zumal viele Erklärungsmuster und Bilder in der Gegenwart nicht mehr tragen.
„Offen werden für Neues“, so heißt das Motto des diesjährigen Glaubenskurses. Das bedeutet, neue Glaubenswege zu suchen, neue Gedanken zuzulassen und Gott neu zu entdecken. Das heißt aber auch, sich für neue Erfahrungen zu öffnen, bereit zu sein, auch um die Ecke zu denken, neue Glaubensbilder zu entwerfen.
Vier Abende wollen anregen, sich auf die Suche zu machen. Eingeladen sind Gläubige, Zweifler und Skeptiker. Ausgangspunkt sind immer die menschlichen Erfahrungen. Im Austausch und Widerspruch öffnen sich vielleicht neue Bilder und Sprachformen. Nach einem Impuls besteht die Möglichkeit, in die Diskussion einzusteigen. Die Abende sind in sich thematisch abgeschlossen, aber miteinander verbunden. Daher kann man auch einzelne Themen besuchen.
Folgendes Programm ist vorgesehen:

  • „Wenn sich der Himmel plötzlich öffnet – was ist mir heilig?“, Dienstag, 6. Oktober.
  • „Streitfrage Gott – wer oder was ist es, wenn wir von Gott reden?“, Dienstag, 13.Oktober.
  • „Das neue Leben – der Mensch Jesus Christus“, Dienstag, 20. Oktober.
  • „Zwischen abgehoben und geerdet sein – Spiritualität im Alltag leben“, Dienstag, 27. Oktober.

Jeweils von 19.30 bis 21 Uhr, Gemeindezentrum St. Markus, Hagenbacher Ring 209, Schwäbisch Hall.
Referent: Pastoralreferent Wolfram Rösch
Hilfreiche Literatur: Andreas Knapp, Melanie Wolfers, Glaube, der nach Freiheit schmeckt.
Christian Kummer, An Gott als Person glauben?

 

In der Welt mit Gott rechnen - Haller theologischer Studientag

Der diesjährige Studientag findet am Samstag, 21. November von 9 – 17 Uhr im Gemeindezentrum St. Markus statt. Im Mittelpunkt stehen die Gedanken der französischen Mystikerin Madeleine Delbrêl (1904 - 1964). Einer ihrer zentralen Gedanken lautet: „Wir Leute von der Straße glauben aus aller Kraft, dass diese Straße, dass diese Welt, auf die uns Gott gesetzt hat, für uns der Ort unserer Heiligkeit ist. Wir glauben, dass uns hier nichts Nötiges fehlt, denn wenn das Nötige fehlte, hätte Gott es uns schon gegeben.“ (Madeleine Delbrêl, in: Wir Nachbarn der Kommunisten. 1975, 49.)
Der Studientag möchte sich mit dem Gedankengut Madeleine Delbrêls beschäftigen und auseinandersetzen. Es lädt ein, mitten in der Welt mit Gott zu rechnen und ihn im scheinbar Unscheinbaren zu suchen. Diese Haltung prägte das Leben der Mystikerin Delbrêl, das die Nähe zu den Menschen und Gott sucht und sich mit spirituellem Tiefgang und politischem Engagement für Gerechtigkeit einsetzt.
Der Studientag besteht aus Impulsen zum Gedankengut von Madeleine Delbrêl, der eigenen Auseinandersetzung und im gegenseitigen Austausch. Vorträge und Gesprächsgruppen wechseln sich ab. Nach den Maßgaben der Corona-Verordnung ist ein Mittagessen geplant. Der Tag endet um 16.30 Uhr mit der Einladung zu einem gemeinsamen Gottesdienst. Die Unkosten betragen ca. 25 €. Referentin ist Dr. Maximiliane Eisenmann, die eine Doktorarbeit über Madeleine Delbrêl verfasst hat. Nach den Sommerferien erscheint ein Prospekt mit den einzelnen Inhalten des Tages. Weitere Informationen gibt es bei Wolfram Rösch oder erscheinen rechtzeitig auch auf der Homepage. Eine Anmeldung ist möglich unter bei Pastoralreferent Wolfram Rösch,Tel. 0791/9540413 oder wolfram.roesch@drs.de

Angebote
der Gesamtkirchengemeinde
der katholischen Erwachsenenbildung keb