Mittagessen in der Garage – Männer auf dem Jakobsweg 2019

Ein besonderes Mittagsmahl, hergerichtet zwischen Spaten, Gartengeräten, Rasenmäher und Getränkekisten in einer Garage war sicher einer der Höhepunkte des diesjährigen Jakobsweges. Beim Start in Nürtingen herrschte strahlender Sonnenschein und es versprach ein herrlicher Tag zu werden. 15 Männer, ökumenisch bunt gemischt und aus der Gesamtkirchengemeinde machten sich am Samstag, den 25. Mai auf die fünfte Etappe des jährlichen Jakobswegs. Das geplante Ziel war Bebenhausen bei Tübingen.
Kurz vor Mittag entstanden dunkle Gewitterwolken. Zwar trieb der Wind das Wetter in Richtung Stuttgart, aber schon waren erste Blitze zu sehen. Der Weg durch den Wald wäre zu gefährlich geworden und so suchten die Pilger Unterstand bei einer Garage. Die Besitzer war wohl erstaunt, aber öffnete schnell das Tor und das gemeinsame Mittagessen konnte beginnen, während draußen dicke Tropfen fielen. Der weitere Weg war geprägt durch Sonnenschein und der frischen Luft, begleitet von Impulsen zum Nachdenken von Jochen Old.
Man(n) unterhielt sich, ständig entstanden neue Weggruppen, tauschte Erfahrungen und Gedanken aus. Am Hofgut Einsiedel, wo ursprünglich ein Schloss des Herzogs von Württemberg gestanden haben könnte, kam kalter Wind und erneuter Regen auf. Angesichts der zurückgelegten Strecke von 26 Kilometern gingen die Pilger nicht mehr weiter zum ursprünglichen Ziel, sondern ins nahe gelegene Kirchentellinsfurt. Von dort fuhr die Bahn zurück nach Schwäbisch Hall. Statt im Biergarten genossen die Männer auf der Laderampe der alten Güterabfertigung bei Regen das Abschlussbier. Im kommenden Jahr führt die Etappe von Bebenhausen / Kirchentellinsfurt nach Rottenburg.
Pastoralreferent Wolfram Rösch

Eindrücke vom 25. Mai 2019

4. Etappe: Von Esslingen nach Nürtingen

„Was, Du bist auch dabei!“ Die Begrüßungen auf dem Hessentaler Bahnhof waren herzlich. 15 Männer trafen sich dort am Samstag, 5. Mai, um eine weiter Etappe auf dem Jakobsweg zu gehen. Nicht alle wussten voneinander, zumal die Gruppe sowohl gemeinde- als auch konfessionsübergreifend war. Am Ende spielte das alles keine Rolle mehr.
Knapp über 20 km waren bis zum Tagesziel zurückzulegen. Von Esslingen ging es hoch auf die Fildern zum Kloster Denkendorf. Mit Schwäbisch Hall war das Chorherrenstift durch eine Salzpfanne verbunden, die König Heinrich 1231 den Stiftsherren geschenkt hatte. In der Kirche fand der zweite Impuls auf dem Weg statt. Nachdem die Männer beim ersten eingeladen waren, sich mit dem Müll auseinanderzusetzen, den man bildlich mit sich herumschleppt, ging es in der Krypta in die eigene Tiefe. „Welchem psychischen Stress bin ich ausgesetzt, wie kann ich mit meinen negativen Gefühlen umgehen und sie zum positiven umwandeln?“ Mit der Aufforderung des Dalai Lama „Sei du selbst die Veränderung, die du dir für die Welt wünschst“ deckten die Männer die Tafel zum Mittagessen.
Jeder hatte genügend mitgebracht. So fand ein abwechslungsreiches Mittagessen statt. Der dritte Impuls ermutigte, eigene Veränderungsmöglichkeiten zu entdecken, um damit andere anzustoßen.
Viele Gespräche fanden auf dem Weg statt. Immer wieder bildeten sich andere Kleingruppen. Da ging es um den Glauben, den Beruf, manchen Sorgen, die man hat, die Kinder und ab 15.30 Uhr dann auch um die Bundesliga: "Welcher Verein steigt ab oder wer bleibt in der ersten Liga?" Kurz vor Nürtingen verließen die Pilger den eigentlichen Jakobsweg. Vom Bahnhof der Stadt ging es mit dem Zug wieder zurück nach Hessental. "Bis zum nächsten Mal", hieß es dort. "Ich bin gern wieder dabei." Das wird dann voraussichtlich Anfang Mai 2019 sein. Die nächste Etappe führt von Nürtingen nach Tübingen.
Wolfram Rösch

Eindrücke vom 5. Mai 2018